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Teil von Schweißverbindungen prüfen Leitfaden für Prüfverfahren, Normen und Fehlerbewertung

Schweißverbindungen prüfen Fehlerbewertung nach DIN EN ISO 5817

Schweißverbindungen prüfen nach DIN EN ISO 5817: Bewertungsgruppen B, C, D, Grenzwerte für Poren, Risse und Bindefehler, Rechenbeispiel und Kosten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • DIN EN ISO 5817 bewertet Unregelmäßigkeiten an Stahl-Schmelzschweißverbindungen in den Bewertungsgruppen B, C und D.
  • B ist die strengste Stufe, D die mildeste. Welche Gruppe gilt, legt die Zeichnung fest, nicht der Prüfer.
  • Alle Grenzwerte hängen an der Nennwanddicke s, viele zusätzlich an einem absoluten Höchstmaß.
  • Risse sind in allen drei Gruppen unzulässig, ohne Ausnahme.
  • Die Norm liefert Bewertungskriterien, nicht den Prüfplan. Prüfumfang und Verfahren stehen in DIN EN ISO 17635.

Drei Bewertungsgruppen und ein Bezugsmaß

DIN EN ISO 5817 gilt für Schmelzschweißverbindungen an Stahl. Die Norm kennt drei Bewertungsgruppen: B für erhöhte, C für mittlere und D für niedrige Anforderungen. Die Buchstaben beschreiben keine Prüfintensität, sondern zulässige Fehlergrößen.

Bezugsmaß ist fast immer die Nennwanddicke s des dünneren Fügeteils. Ein Tabellenwert wie 0,2 s bedeutet: Der Grenzwert wächst mit dem Bauteil. Viele Zeilen setzen zusätzlich absolute Obergrenzen, damit dicke Wände nicht automatisch große Fehler erlauben.

Welche Gruppe gilt, entscheidet der Konstrukteur oder der Besteller und hält sie in der Zeichnung fest. Fehlt die Angabe, ist jede Bewertung angreifbar. Klären Sie die Festlegung deshalb vor der Abnahme schriftlich.

Poren, Risse, Bindefehler: Was die Tabellen zulassen

Die Norm ordnet Unregelmäßigkeiten nach Kennzahlen, angelehnt an ISO 6520-1: Risse, Hohlräume, feste Einschlüsse und Bindefehler. Die Tabellen nennen für jede Position die Grenzwerte der Gruppen B, C und D.

Risse (Kennzahl 100) sind in allen drei Gruppen unzulässig. Wer einen Riss findet, dokumentiert ihn und sperrt die Schweißung. Über Toleranzen ist hier nicht zu verhandeln.

Poren und andere Hohlräume (Kennzahl 201) bewertet die Norm über die projizierte Fläche. Angegeben werden ein Flächenanteil bezogen auf eine Bezugsfläche und eine Höchstgröße für die Einzelpore. Gruppe B lässt am wenigsten zu, D am meisten.

Bindefehler (Kennzahl 401) sind in Gruppe B ausgeschlossen. Für C und D nennt die Tabelle zulässige Höhen und Längen, gekoppelt an die Wanddicke und teils begrenzt auf kurze Unregelmäßigkeiten. Prüfen Sie die Zeilenwerte in der gültigen Ausgabe der Norm.

Rechenbeispiel: vom Tabellenwert zur Messgröße

Ein Beispiel zeigt, wie aus einer Tabellenzeile ein Prüfmaß wird. Die Zahl 0,3 s ist eine angenommene Beispielzahl, kein Normwert.

  1. Nennwanddicke s des dünneren Fügeteils aus der Zeichnung ablesen, hier s = 10 mm.
  2. Kennzahl und Bewertungsgruppe festlegen, hier angenommen 0,3 s.
  3. Grenzwert ausrechnen: 0,3 mal 10 mm ergibt 3,0 mm.
  4. Absoluten Höchstwert der Tabellenzeile prüfen und den kleineren Wert ansetzen.
  5. Messwert gegen den Grenzwert stellen und mit Messstelle und Datum protokollieren.

Norm beziehen, Prüfumfang und Zertifizierung

DIN EN ISO 5817 ist als DIN-Norm kostenpflichtig erhältlich. Formate, Preise und Lizenzbedingungen nennt DIN unter Normen kaufen.

Was eine DIN-Norm ist, wie sie entsteht und warum sie kein Gesetz ist, erklärt DIN unter Alles über DIN-Normen.

Der Prüfumfang folgt nicht aus ISO 5817, sondern aus DIN EN ISO 17635 und der Vereinbarung im Vertrag. Die Messwerte liefern zerstörungsfreie Verfahren wie Sicht-, Durchstrahlungs- oder Ultraschallprüfung.

Auf die Rolle von Prüfung und Zertifizierung im Arbeitsschutz geht die DGUV unter Prüfung und Zertifizierung ein.

Kosten für Qualifikation und Zertifizierung

Der DVS bildet Schweißfachmänner, Schweißtechniker und Schweißfachingenieure aus, häufig über Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalten. Für den Lehrgang zum Schweißfachingenieur gelten rund 3000 Euro netto als Richtwert.

Der Betrag ist eine Größenordnung, kein Festpreis. Prüfungsgebühren, Fachliteratur, Unterkunft und Reisekosten kommen hinzu. Die Anbieter nennen ihre aktuellen Entgelte auf Anfrage.

Für Betriebe ist die Zertifizierung nach DIN EN ISO 3834 der übliche Nachweis. TÜV-Gesellschaften, DVS-Bildungszentren und weitere Stellen prüfen und zertifizieren. Die Kosten richten sich nach Betriebsgröße, Zahl der Schweißverfahren und Prüfaufwand.

Häufige Fragen

Welche Bewertungsgruppe gilt, wenn die Zeichnung nichts nennt?

Dann fehlt eine Festlegung, und die Bewertung ist nicht belastbar. Üblich ist Gruppe C, verbindlich wird sie aber erst durch die Vereinbarung im Vertrag oder in der Zeichnung.

Sind Risse in Bewertungsgruppe D zulässig?

Nein. Risse sind in B, C und D unzulässig. Ein Riss führt zur Nacharbeit oder zum Austausch der betroffenen Schweißung.

Wie viele Poren sind erlaubt?

Das hängt von Bewertungsgruppe, Wanddicke und Bezugsfläche ab. Die Norm arbeitet mit Flächenanteilen und Höchstgrößen je Einzelpore.

Wer darf Schweißverbindungen bewerten?

Die Bewertung setzt Kenntnis der Norm, der Prüfverfahren und der Bauteilanforderungen voraus. In der Praxis übernehmen das Schweißfachingenieure, Schweißaufsichtspersonen und Prüfpersonal mit entsprechender Qualifikation.

Welche Norm regelt den Prüfumfang?

DIN EN ISO 17635 verknüpft Bewertungsgruppen mit Prüfverfahren und Prüfumfang. ISO 5817 selbst enthält nur die Bewertungsgrenzen.

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