Schweißen
Teil von Schraubverbindungen sichern mit mechanischen und chemischen Verfahren
Schraubverbindungen sichern im Vergleich von Nord-Lock, Loctite und Federringen
Nord-Lock Scheiben, Loctite 243, Federringe und Zahnscheiben im Vergleich: Kosten pro Verbindung netto, Normen wie VDI 2230 und DIN 267-27, Bezugswege.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Nord-Lock Scheiben halten formschlüssig über Keilflächen und kosten rund 1,20 Euro pro Stück netto.
- Loctite 243 kostet etwa 0,05 Euro pro Anwendung netto und bleibt mit Werkzeug lösbar.
- Federringe und Zahnscheiben sind Massenteile mit begrenzter Schutzwirkung gegen Vorspannkraftverlust.
- VDI 2230 und DIN 267-27 setzen den Rahmen für Berechnung und Nachweis.
- Bezugswege: Nord-Lock direkt, Henkel und Würth über Handel und Katalog.
Wie die vier Sicherungen technisch arbeiten
Nord-Lock Scheiben bestehen aus zwei Stahlscheiben mit gegenläufigen Keilflächen. Ihre Keilsteigung ist größer als die Gewindesteigung der Schraube. Beim Löseversuch heben sich die Scheiben gegeneinander, die Verbindung bleibt bis zum Werkzeugangriff fest. Hersteller ist die schwedische Nord-Lock International AB. Erhältlich sind die Scheiben unter anderem über Würth.
Loctite 243 ist ein anaerober Klebstoff von Henkel. Er füllt den Gewindespalt, härtet ohne Luftzutritt aus und blockiert Relativbewegungen zwischen Gewinde und Mutter. Die Verbindung bleibt mittelfest und lässt sich mit Handwerkzeug wieder lösen. Produktdaten und Anwendungsgrenzen fasst der Hersteller auf den Loctite-Produktseiten zusammen.
Federringe nach DIN 127 und Zahnscheiben nach DIN 6797 arbeiten mit Federkraft oder Verzahnung. Beide stützen einen Teil der Vorspannkraft, halten aber kein vollständiges Losdrehen bei starkem Setzen auf. In Neukonstruktionen gelten sie deshalb meist nur als Zusatzmaßnahme.
Der Unterschied liegt im Angriffspunkt. Keilverzahnte Scheiben und Zahnscheiben greifen an der Auflagefläche an, Klebstoffe am Gewinde. Federringe sitzen unter dem Schraubenkopf und stützen den Verspannungsfall. Wer eine Verbindung auslegt, muss zuerst wissen, wo die Vorspannkraft verloren geht.
Beim Setzen glätten sich raue Kontaktflächen, die Vorspannkraft sinkt. Fällt sie unter die Betriebslast, dreht sich die Mutter los. Genau an dieser Stelle muss jede Sicherung ansetzen.
Kosten pro Verbindung, Preise netto
| Sicherung | Preis | Bezugsweg |
|---|---|---|
| Nord-Lock Scheibe | etwa 1,20 Euro pro Stück | Nord-Lock, Würth |
| Loctite 243 | etwa 0,05 Euro pro Anwendung | Henkel, Würth |
| Federring | Handelsware, Preis nach Anfrage | Würth und weitere Händler |
| Zahnscheibe | Handelsware, Preis nach Anfrage | Würth und weitere Händler |
Rechenbeispiel: eine Baugruppe mit 200 Schrauben M10.
- Nord-Lock: 200 mal 1,20 Euro ergibt 240 Euro netto.
- Loctite 243: 200 mal 0,05 Euro ergibt 10 Euro netto.
Die Differenz liegt bei 230 Euro netto je Baugruppe. Ob sich der Aufpreis rechnet, entscheiden Stückzahl und Montagezeit. Beide Verfahren brauchen einen zusätzlichen Arbeitsgang, dessen Dauer im eigenen Betrieb zu messen ist. Bei kleinen Stückzahlen und schwer zugänglichen Stellen verschiebt sich das Bild zugunsten der Klebstoffsicherung.
Normen und Nachweise
Für hochbeanspruchte Schraubenverbindungen ist die VDI-Richtlinie 2230 das maßgebliche Berechnungswerk. Sie ist keine DIN-Norm, sondern eine Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure. Das Ergebnis der Berechnung zeigt, welche Restvorspannkraft nach dem Setzen bleibt. Genau dieser Wert entscheidet, ob eine Sicherung überhaupt wirkt. Was Normen leisten und wie sie entstehen, beschreibt das Deutsche Institut für Normung unter Normen und Standards.
DIN 267-27 ordnet Verbindungselemente mit mikroverkapselter Klebstoffbeschichtung ein, also Schrauben, deren Gewinde bereits eine Klebstoffkapselung trägt. Wer Loctite 243 von Hand aufträgt, arbeitet mit derselben Wirkungsweise, aber ohne die Maßvorgaben dieser Norm.
Beschaffung über Nord-Lock, Henkel und Würth
Nord-Lock liefert Scheiben in verschiedenen Größen und Werkstoffen direkt und über den Fachhandel. Henkel vertreibt Loctite 243 in Flaschen, Sticks und als mikroverkapselte Beschichtung ab Werk. Würth führt beide Produktfamilien im Katalog und bündelt sie mit Schrauben und Werkzeug.
Für Einkäufer zählt neben dem Stückpreis die Bestellabwicklung. Schraubensicherungen sind Zukaufteile mit eigenen Verpackungseinheiten und Lieferzeiten. Bei Klebstoffen kommen Kosten für Reinigung hinzu, bei Scheiben die Frage, ob sie nach dem Lösen erneut verwendet werden dürfen. Herstellerangaben dazu stehen in den technischen Datenblättern.
Auswahl in vier Schritten
- Vorspannkraft und Setzverhalten nach VDI 2230 berechnen.
- Auflageflächen prüfen: Keilscheiben brauchen gehärtete, ebene Auflagen.
- Lösbarkeit festlegen: Loctite 243 für mittelfeste, keilverzahnte Scheiben für wieder lösbare Verbindungen.
- Kosten je Verbindung mit Stückzahl und Montagezeit bewerten.
Federringe und Zahnscheiben bleiben eine Option für gering belastete Verbindungen mit weichen Auflageflächen. Bei sicherheitsrelevanten Bauteilen führen Konstrukteure den Nachweis über die Vorspannkraft, nicht über die Scheibenbauart.
Häufige Fragen
Wie oft lässt sich Loctite 243 einsetzen?
Die Klebstoffverbindung ist mittelfest und mit Handwerkzeug lösbar. Nach dem Lösen müssen Gewinde und Mutter von Rückständen befreit werden.
Warum gelten Federringe als umstritten?
Sie liefern nur begrenzte Federkraft und können bei starkem Setzen ihre Wirkung verlieren. Der Nachweis über die Restvorspannkraft bleibt daher Aufgabe der Berechnung.
Was kostet die Sicherung einer Baugruppe mit 200 Schrauben?
Nord-Lock liegt bei 240 Euro netto, Loctite 243 bei 10 Euro netto. Die Montagezeit ist in beiden Fällen gesondert zu bewerten.
Welche Normen sind zu nennen?
Für die Berechnung gilt VDI 2230, für mikroverkapselte Klebstoffbeschichtungen DIN 267-27, für Federringe DIN 127 und für Zahnscheiben DIN 6797. Wie verbindliche Festlegungen entstehen, erklärt Alles über DIN-Normen.