Schweißen
Teil von Fügeverfahren vergleichen: Schweißen, Kleben, Schrauben und Nieten im Überblick
Fügeverfahren vergleichen: Verbindungsanbieter und ihre Leistungen
Fügeverfahren vergleichen: Anbieter wie DVS, TÜV, Fraunhofer, Henkel, 3M, Gesipa, Böllhoff und Würth mit Leistungen, Kontaktwegen und Kosten im Überblick.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Prüfstellen wie DVS und TÜV zertifizieren Schweißbetriebe, Schweißer und Verfahren, Fraunhofer-Institute qualifizieren Klebtechnik-Personal.
- Hersteller wie Henkel, 3M, Gesipa, Böllhoff und Würth liefern Klebstoffe, Niete und Schrauben mit Anwendungsberatung.
- Klebstoffe laufen über Distributoren, Prüfungen und Schulungen werden als Angebot kalkuliert.
- Vier Kriterien entscheiden den Vergleich: Normenbezug, Prüfumfang, Reaktionszeit und Preisbezug.
Normen, Verbände und Prüfstellen
Fügeverfahren vergleichen heißt zuerst, das Regelwerk zu prüfen. Der Normenausschuss Schweißen und verwandte Verfahren im DIN betreut die Normen für Schweißen, Löten und Kleben (Normenausschuss Schweißen und verwandte Verfahren). Ohne diese Normen lässt sich kein Angebot vergleichen, weil Prüfumfang und Kennzeichnung daran hängen.
Der DVS in Düsseldorf ist der Fachverband der Schweißtechnik. Er organisiert Schweißerprüfungen nach ISO 9606-1, betreibt Bildungsstätten und zertifiziert über DVS-PersZert Personal und Betriebe. Für Einkäufer zählt: Prüfumfang, Gültigkeitsdauer und Prüfbescheinigung sind dort einheitlich beschrieben.
Für Betriebe zählt außerdem die Verfahrensprüfung nach ISO 15614, aus der die Schweißanweisung entsteht. Wer eine Schweißaufsicht einkauft, sollte auf die Anerkennung nach EN ISO 14731 achten.
TÜV SÜD, TÜV Rheinland und TÜV NORD zertifizieren Schweißbetriebe nach EN 1090 und prüfen Druckgeräte nach der Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU. Dazu kommen Kurse für Schweißaufsichtspersonen. Die DGUV bündelt die Regeln der Unfallversicherungsträger und beschreibt Prüf- und Zertifizierungswege (Prüfung und Zertifizierung).
Arbeitsschutz und Prüffristen für Schweißarbeiten stehen in den DGUV-Vorschriften (Vorschriften, Regeln und Informationen). Wer einen Dienstleister vergleicht, sollte verlangen, dass das Angebot diese Vorgaben benennt.
Hersteller und Systemanbieter
Auf der Produktseite liefern Hersteller Fügeelemente oder Klebstoffe und ergänzen sie um Auslegung, Schulung und Service. Öffentliche Preislisten gibt es kaum, weil Preise über Distributoren, Mengenstaffeln und Rahmenverträge laufen.
Henkel vertreibt unter Loctite Schraubensicherungen, Gewindedichtmittel und Strukturklebstoffe. Produktdaten und Anwendungen chemischer Schraubensicherungen stehen in der Produktübersicht (Loctite Produktübersicht). Beratung und Muster liefert der technische Außendienst, der Kontakt läuft über den Fachhandel.
Bei Fügeelementen und Klebstoffen entscheidet der Normenbezug über die Austauschbarkeit. Schrauben tragen Festigkeitsklassen nach ISO 898-1, Blindniete werden nach Werkstoff und Scherkraft ausgewählt, Klebstoffe brauchen Angaben zu Temperatur, Spaltmaß und Aushärtung.
| Anbieter | Leistung | Kontakt und Preis |
|---|---|---|
| Henkel (Loctite) | Klebstoffe, Schraubensicherungen, Anwendungstechnik | Fachhandel, Außendienst, Angebot auf Anfrage |
| 3M | Klebebänder, Scotch-Weld Strukturklebstoffe, Musterbau im Anwendungszentrum Neuss | Vertrieb, Distributoren, Preis nach Menge |
| Gesipa | Blindniete, Nietgeräte, Schulungen in der Gesipa Academy | Fachhandel, Schulungsanfrage |
| Böllhoff | RIVKLE, HELICOIL, Auslegung von Schraub- und Nietverbindungen | Vertrieb, Projektanfrage |
| Würth | Verbindungselemente, Klebstoffe, C-Teile-Management, Würth Akademie | Außendienst, Rahmenvertrag |
Forschung und Qualifizierung
Fraunhofer IFAM in Bremen forscht zur Klebtechnik und bietet Seminare sowie Personenzertifizierung nach EWF-Richtlinien. Fraunhofer IWS in Dresden arbeitet am Laserfügen und an Mischbauweisen aus Metall und Kunststoff. Solche Institute übernehmen Machbarkeitsstudien und Verfahrensfreigaben, wenn ein Betrieb ein neues Fügeverfahren einführt.
Typische Leistungen externer Anbieter
- Schweißaufsicht und überwachte Verfahrensprüfungen für neue Werkstoffe.
- Schweißer- und Bedienerprüfungen samt Ausstellung der Bescheinigungen.
- Zertifizierung des Betriebs nach EN 1090, EN 15085 oder für Druckgeräte.
- Schulungen und Seminare für Anwender, Planer und Prüfpersonal.
- Schadensanalyse an gebrochenen oder undichten Verbindungen.
Kosten vergleichen: Angebot statt Listenpreis
Für Zertifizierungen, Schulungen und Prüfungen gibt es kaum öffentliche Preislisten. Anbieter kalkulieren nach Aufwand, Prüfumfang und Termin. Vier Angaben gehören in jede Anfrage:
- Verfahren und Norm nennen, zum Beispiel ISO 9606-1 oder EN 1090-2.
- Bauteil, Werkstoff und Stückzahl je Jahr beschreiben.
- Prüfumfang festlegen, etwa Sichtprüfung, Durchstrahlung oder Zugversuch.
- Ort und Termin angeben, weil Reisekosten und Stillstandzeiten den Preis treiben.
Wer mehrere Angebote einholt, sollte denselben Prüfumfang abfragen, sonst sind die Zahlen nicht vergleichbar.
Beispielrechnung mit angenommenen Werten: Zehn Schweißer sollen nach ISO 9606-1 geprüft werden. Angesetzt werden 350 Euro je Prüfung, zwei Tage Schweißaufsicht zu 900 Euro netto und 1.200 Euro für die Dokumentation. Das ergibt 3.500 plus 1.800 plus 1.200 Euro, also 6.500 Euro netto, mit 19 Prozent Umsatzsteuer 7.735 Euro.
Häufige Fragen
Welche Stellen prüfen Schweißbetriebe in Deutschland?
TÜV SÜD, TÜV Rheinland und TÜV NORD zertifizieren Betriebe nach EN 1090, DVS-Bildungsstätten prüfen Schweißer, die DGUV beschreibt die Prüfwege.
Was kostet eine Schweißerprüfung?
Der Preis richtet sich nach Verfahren, Werkstoff und Prüfumfang. Bildungsstätten und TÜV-Gesellschaften nennen ihre Gebühren im Kursprogramm oder im Angebot.
Bietet Fraunhofer Schulungen zur Klebtechnik an?
Das Fraunhofer IFAM in Bremen bietet Klebtechnik-Seminare und Personenzertifizierungen nach EWF-Regeln an, teils mit Prüfung.
Woran erkenne ich einen geeigneten Klebstofflieferanten?
Achten Sie auf Datenblätter, Musterteile und einen Ansprechpartner in der Anwendungstechnik. Für Schraubensicherungen liefert Loctite diese Angaben öffentlich.
Sind die DGUV-Vorschriften kostenlos?
Ja, die Regeln und Informationen der DGUV stehen online kostenfrei bereit. Prüfungen und Zertifizierungen selbst sind kostenpflichtig.