Kleben
Teil von Klebeverbindungen auslegen Leitfaden von der Oberflächenvorbehandlung bis zur Festigkeitsberechnung
Klebeverbindungen auslegen Kosten für Klebstoffe und Auslegungssoftware
Klebeverbindungen auslegen: Preise für Loctite EA 9466 und 3M DP460, Kosten für Altair HyperWorks, Prüfungen, ZIM-Förderung und KfW-Kredite im Überblick.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Henkel Loctite EA 9466 kostet 25 Euro pro Kilogramm netto, 3M DP460 liegt bei 40 Euro pro Kilogramm netto.
- Eine Jahreslizenz von Altair HyperWorks kostet 10.000 Euro netto.
- Prüfungen zur Klebfestigkeit rechnen Labore je Serie ab; das Rechenbeispiel nutzt 300 Euro netto.
- Das ZIM-Programm des BMWK fördert Entwicklung und Auslegung von Fügeverfahren als Zuschuss.
- Primer, Reiniger und Verbrauchsmaterial kommen als eigene Positionen in die Kalkulation.
Was Klebstoffe, Primer und Software kosten
Klebeverbindungen auslegen beginnt mit den Materialpreisen. Zwei Strukturklebstoffe dominieren industrielle Anwendungen.
| Position | Preis netto | Bezug |
|---|---|---|
| Henkel Loctite EA 9466 | 25 Euro | pro Kilogramm |
| 3M DP460 | 40 Euro | pro Kilogramm |
| Altair HyperWorks | 10.000 Euro | pro Jahr |
Beide Klebstoffe sind Zweikomponenten-Systeme. Die Preise gelten für die fertige Mischung, ohne Primer und Reiniger. Mischungsverhältnis und Verarbeitungszeit stehen in den Produktdaten von Henkel Loctite.
Primer und Reiniger sind Verbrauchsmaterial. Sie kommen in kleinen Gebinden, der Literpreis liegt über dem Kilogrammpreis des Klebstoffs. Die Beispielrechnung unten setzt 40 Euro netto je Liter Primer an. Dieser Wert ist eine Rechengröße, kein Marktpreis.
Rechenbeispiel: Materialkosten je Serie
Die Kalkulation umfasst eine Serie von 50.000 Bauteilen. Je Bauteil werden 0,8 Gramm Klebstoff verarbeitet.
- Klebstoffmenge: 50.000 mal 0,8 Gramm ergibt 40 Kilogramm.
- Klebstoffkosten: 40 Kilogramm mal 25 Euro sind 1.000 Euro netto.
- Primermenge: 0,04 Liter je Kilogramm Klebstoff ergibt 1,6 Liter.
- Primerkosten: 1,6 Liter mal 40 Euro sind 64 Euro netto.
- Materialsumme: 1.064 Euro netto, also rund 2,1 Cent je Bauteil.
Auf die Serie entfallen außerdem Lizenz- und Prüfkosten. Eine HyperWorks-Lizenz schlägt mit 10.000 Euro netto pro Jahr zu Buche. Der Betrag verteilt sich auf alle Projekte des Abrechnungsjahres. Rabatte auf Klebstoffe hängen von der Abnahmemenge ab; die genannten Werte sind Listenpreise netto.
Softwarekosten auf Projekte verteilen
Die Lizenz für Altair HyperWorks kostet 10.000 Euro netto pro Jahr. Dieser Betrag ist unabhängig von der Zahl der Projekte. Bei fünf Projekten trägt jedes Projekt 2.000 Euro netto. Bei zwanzig Projekten sinkt der Anteil auf 500 Euro netto.
Hinzu kommen Schulungen und die Einarbeitung in die Bedienung. Rechnen Sie mit mindestens einer Woche Arbeitszeit je Anwender für den Einstieg. Vor dem Kauf lohnt ein Blick in den Vertrag: Laufzeit, Kündigungsfrist und Anzahl der nutzbaren Arbeitsplätze stehen in den Konditionen.
Prüfkosten und Nachweise
Zeugnisse über die Klebfestigkeit liefern Labore, nicht die Software. Üblich sind Zugscherversuche nach DIN EN 1465 sowie Alterungs- und Klimatests.
Für die Prüfkosten gilt dasselbe Verfahren wie beim Primer: Wir rechnen mit einer Annahme. Je Prüfserie setzen wir 300 Euro netto an. Eine Serie umfasst fünf Prüfkörper.
Wer drei Serien und zwei Klimawechseltests benötigt, kommt auf sechs Positionen. Das sind 1.800 Euro netto. Hinzu kommt die Fertigung der Prüfkörper, die Arbeitszeit kostet. Prüfserien dauern je nach Klimaprogramm mehrere Wochen. Diese Laufzeit bindet Personal und verlängert die Entwicklungsdauer.
Welchen Nutzen Normen für kleine und mittlere Betriebe haben, beschreibt DIN mit seinem Überblick zum Mittelstand.
Förderung über ZIM und KfW
Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand des BMWK fördert Forschungs- und Entwicklungsvorhaben von kleinen und mittleren Unternehmen. Die Zuwendung wird als Zuschuss ausgezahlt. Die Sätze richten sich nach Vorhabenart und Unternehmensgröße. Anträge sind fortlaufend möglich.
Für Auslegungssoftware, Prüfstände und Anlagentechnik lässt sich ein solches Vorhaben nutzen. Den Förder- und Innovationskontext für Fertigungs- und Fügetechnik beschreibt das BMWK in seinem Überblick zu Industrie 4.0.
ZIM-Anträge brauchen einen Projektplan mit Arbeitspaketen, Zeitplan und Kostenkalkulation. Die Prüfung übernimmt eine Projektträgerschaft im Auftrag des Bundes.
Wer investiert, kann zusätzlich einen Kredit aufnehmen. Die KfW bündelt ihre Programme für Energieeffizienz und Umweltschutz in einem eigenen Angebot. Zins und Tilgung hängen von Bonität und Laufzeit ab. Details stehen in den KfW-Förderangeboten für Energieeffizienz und Umweltschutz.
Weitere Kostenpositionen in der Kalkulation
- Dosier- und Mischanlagen: Anschaffung, Wartung, Ersatzteile.
- Aushärtung: Öfen, UV-Lampen, Strom.
- Personal: Schulung, Rüstzeiten, Qualitätskontrolle.
- Ausschuss: Fehlklebungen, Nacharbeit, Sortieraufwand.
- Lagerung: Gebindegrößen, Haltbarkeit von Primer und Klebstoff.
Die Materialkosten sind nur ein Teil der Gesamtkosten. Kalkulieren Sie je Verbindung auch die Taktzeit und den Ausschussanteil ein. In der Beispielrechnung macht der Klebstoff rund zwei Cent je Bauteil aus. Anlagen, Personal und Ausschuss bestimmen die Gesamtkosten deutlich stärker als der Kilogrammpreis.
Häufige Fragen
Was kostet ein Kilogramm Klebstoff für tragende Verbindungen?
Henkel Loctite EA 9466 kostet 25 Euro netto je Kilogramm, 3M DP460 40 Euro netto je Kilogramm. Beide Preise gelten für die fertige Mischung ohne Primer.
Wie hoch ist der Preis für Auslegungssoftware?
Altair HyperWorks kostet 10.000 Euro netto pro Jahr. Bei fünf Projekten entfallen 2.000 Euro netto auf jedes Projekt. Schulungen sind nicht enthalten.
Welche Prüfkosten muss ich einplanen?
Labore rechnen je Prüfserie ab. Die Beispielrechnung nutzt 300 Euro netto je Serie. Drei Serien und zwei Klimatests ergeben 1.800 Euro netto.
Welche Förderung deckt Klebeprojekte?
Das ZIM-Programm des BMWK fördert Forschungs- und Entwicklungsvorhaben als Zuschuss. Die KfW bietet zusätzlich Kredite für Energieeffizienz und Umweltschutz.
Wann brauche ich einen Primer?
Primer verbessert die Haftung auf Metallen und schwer verklebbaren Kunststoffen. Die Kosten bleiben klein, die Verarbeitung kostet Zeit.